Domain Parking war mal für alle sinnvoll

3. September 2008 | Von | Kategorie: Domain News, Domain Smalltalk

Es ist immer wieder davon die Rede (auch bei Domain Smalltalk), dass das Domain Parking am Ende ist. Die Gründe dafür habe ich in meinem Beitrag Domain Parking am Ende versucht zu erläutern. Die Kommentare, die z.T. da gekommen sind, zeigen aber, dass eine ganze Menge Leser, überwiegend nicht-Domainer, den ursprünglichen Sinn und Zweck des Domain Parkings nicht kennen. Daher schiebe ich diese Erklärung nach.

…und am Anfang war das Internet…

Hört sich schon fast biblisch an, na ja, vielleicht nicht ganz, aber eine neue Ära ist damals schon aufgebrochen. Ich würde fast sagen, dass es kaum eine technologische Entwicklung gibt, die die Welt mehr verändert hat als das Internet.

Nun genug der Philosophie, Domain Parking ist keine Philosophie, sondern knallhartes Geschäft. Als einige Firmen anfingen, das Internet als ernstes Medium wahrzunehmen, wurden überwiegend Firmennamen, Eigennamen und Handelsmarken als Domain registriert. So stand es doch auch auf der Visitenkarte ganz groß, während die Leistung oder das Produkt klein darunter stand. Tja, viele Firmen halten es sogar heute noch genau so.

Dann kam Rick Schwartz

Rick Schwartz gilt als Entdecker des Type ins, bzw. eher Visionär des Type ins, da es damals noch kaum Type ins zu entdecken gab. Er hatte die Vision, dass über kurz oder lang jeder das Internet nutzen würde und, dass es das natürliche Verhalten des Menschen wäre, einen Suchbegriff gleich als Domain in die Url Zeile des Browsers einzugeben. Wer eine Firma sucht, gibt den Namen der Firma ein, wer ein Produkt sucht, gibt den Namen des Produkts ein. Diese Vision wurde lange Zeit nur belächelt, aber Rick ließ sich da nicht davon abbringen, eine ganze Reihe generischer Domains zu registrieren und z.T. sogar zu kaufen. Jedenfalls produzierten diese Domains tatsächlich Type ins und bis auf einige wenige, die er dann Projektierte, gingen alle Domains ins leere. Nach und nach erkannten auch andere dieses Potential, was dann den Anfang des Domain Business besiegelte.

Nun gab es aber eine Menge Domains, die auf eine Leere Seite oder Fehlermeldung landeten und ebenfalls eine Menge Type ins von Leuten, die gerade diese Domainnamen im Browser eintippten. Ist doch klar, dass man diese Besucher irgendwie vermarkten muss. Dabei ist eigentlich auch klar, dass jemand der z.B. die Domain candy.com (um bei einer Domain von Rick Schwartz zu bleiben) in den Browser eintippt, ganz gezielt nach Candy sucht. Insofern, warum soll eine Parkingseite, mit relevanter Werbung zu Candies, schlecht sein? Wer verliert was dabei?

Ganz im Gegenteil, der Besucher der Domain bekommt eine Auswahl sinnvoller Themenrelevanter Links, der werbende bekommt ein Besucher, der haargenau sein Produkt gesucht hat und der Domain Inhaber bekommt Geld für diese Vermittlung. Das Domain Parking basierte somit von anfang an auf hoch qualitativem Traffic, da es kaum möglich ist, gezieltere Besucher zu bekommen als diejenigen, die ein Produkt gleich gezielt eintippen. Targeted Traffic hat Rick Schwartz korrekterweise das Prinzip getauft und gerade unter diesem Namen führt er die erfolgreichsten Events im Domain Business mit Domain Auktionen, die Jahr für Jahr neue Rekorde erzielen.

Lange ist es her, dass Domain Parking und vor allem auch zahlende Werbekunden, auf gezielte Besucher bauen konnten und Domainer auf entsprechend hohe Klick Vergütung. Inzwischen gibt es einfach zu viele „Clevere“ Leute, die diese Domain Industrie mit Erfolg kaputt machen. Fake Traffic, z.B. aus Mailingaktionen oder Weiterleitungen, Markenrechtsverletzungen und Klickbetrug machen eine ganze Domain Industrie Kaputt.

Abschließend ein Zitat (Übersetzt) von Mike Berkens (TheDomains.com)

Diejenigen Domainer, die Markenrechtlich geschützte Domains registrierten, um das schnelle Geld zu machen, machen das Domain Business kaputt.

Die Domain Registries, die weiterhin Markenrechtlich geschützte Domains verkaufen, wie letztlich die .me Registry, machen das Domain Business kaputt.

Domain AuktionsSysteme, wie TDNAM.com, die es über ihr System erlauben, markenrechtlich geschützte Domains zu verkaufen, machen das Domain Business kaputt.

Wer wird diesen Unsinn beenden?

Vielleicht Google
Indem sie dem Domain Business den Todesstoß verpassen.

Bleibt nur zu hoffen, dass einige Leute, vor allem Domain Registries, Domainbörsen und Domain Parking Anbieter, rechtzeitig die Kurve kriegen.

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2 Kommentare auf "Domain Parking war mal für alle sinnvoll"

  1. Andy Zmuda sagt:

    Bei Candy.tld oder anderen echten TypeIns ist das handeln ja ok.

    Aber, es gibt einfach zuviele in den Foren die jetzt denken „green-candy.exotisch“ oder „redCandy.tld“ gib mir reichtum dann gehört sie dir

    So einfach ist es eben dann doch nicht
    Und wenn man „die wichtigen“ Domains der letzten Zeit anschaut = alles Kunstnamen, keine TypeIns

  2. thorsten sagt:

    Als Problem sehe ich aber auch viele Pseudo-Händler, die einfach alles reggen was irgendwann mal zweifuffzich bringen könnte. Bezeichnend für den Wahnsinn finde ich diesen Thread der hinten raus immer seltsamer wird:
    http://www.domainforum.info/viewtopic.php?f=21&t=14665&start=0&st=0&sk=t&sd=a

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