Das große Geschäft mit gebrauchte Domains

4. September 2017 | Von | Kategorie: Domain Knowhow, Domain News

Drop Catch als Millionengeschäft

 

Abgelaufene Domains gehen zurück an die zuständigen Registrare. Spezielle Drop Catch-Firmen „jagen“ diese Domains, um später gute Geschäfte durch einen Verkauf zu tätigen.

Welche Ausmaße der Drop Catch bereits angenommen hat, zeigt eine aktuelle Studie des Seclab der Bostoner Northeastern University über die Zonen .com, .net, .org, .biz und .name, die aus dem August 2017 stammt. Demnach wird jede 10. .com-Domain innerhalb des ersten „freien“Tages wieder registriert, oft schon wenige Minuten nach dem Ablauf.

 

Die Studie zeigt, dass bereits rund ¾ aller Registrare beim Drop catch „mitmischen“ und versuchen, vorauszusehen, wann die gewünschte Domain frei wird. Sie platzieren ihre Server sehr nahe am Zielserver und versuchen über Briefkastenfirmen die Server der Registries zu fluten, um möglichst viele Bestellungen abzugeben. Drop Catch im großen Stil, ähnlich dem Gebaren von High Frequency Tradern. Leider ist die Erfolgsrate mit dem „Gießkannensystem“ für Bestellungen nur selten von Erfolg gekrönt, denn die Firmen fragen meist zu früh oder zu spät an. In 99,9 % aller Fälle verpassen sie den richtigen Zeitpunkt des Freiwerdens der Domains.

 

Registrare reagieren auf Massenbestellungen

Die Registrare kennen das Phänomen Drop Catch seit geraumer zeit und reagieren auf diese Bestellflut mit der Begrenzung von Zugriffen. Darauf reagieren die Drop Catch Firmen, indem sie „Briefkastenregistrare“ gründen. Das kostet im Moment viel Geld, ermöglicht aber eine vielfach erhöhte Anzahl von Registrierungsanfragen.

 

Die Studie zeigt aber auch, dass die Drop Catch Registrierungen in mehreren Wellen verlaufen. Nachdem rund 10 % der .com Domains innerhalb eines Tages oder sogar weniger Minuten registriert wurden, passierte eine Weile nichts. Erst nach einem Monat folgte die nächste Welle, bei der rund 5% – meist innerhalb eines Tages oder sogar in wenigen Minuten – registriert wurden.

 

Sicherheitsrisiken bei recycelten Domains

Verbraucher sollten den recycelten Domains skeptisch gegenüber stehen. Als sogenannte Dritte wissen sie meist nichts vom Verkauf und so können übermittelte Nachrichten oder Daten zu unberechtigten Personen gelangen. Auch Phishing oder Spam-Überflutung sind bei diesen Domains zu oft die Regel.

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