Community denken im Domain Business?

14. April 2009 | Von | Kategorie: Domain Handel

Nein, sehe ich so gut wie nirgends mehr. Ich bin bekannt dafür ein überzeugter Networker des Domain Business zu sein. Ich erinnere mich fast wehmutig an die Zeiten vor ziemlich genau drei Jahren. Mann, wie angeregt waren die Diskussionen  und der Austausch in den zwei wichtigsten Domainforen. Klar, es gab ein wichtiges Thema, was uns alle sehr eingenommen hat: Die Einführung der Domain Endung .eu. Viel Ungerechtigkeit, viele Schein Markenanmeldungen, viele schwarze Schafe die durch alle möglichen Tricks die besten Domains ergattert haben, viele Rechtsstreitigkeiten. Alles Themen, die uns seriöse Domainer zum Zusammenhalt bewegt haben. Aber da ging es nicht nur um .eu, auch sonst waren viele alte Hasen des Domain Business sehr aktiv, es wurden recht gute Domains zur öffentlichen Bewertung gepostet und es gab z.T. auch recht fachkündige Antworten dazu sowie angeregte Diskussionen zu vielen anderen Themen des Domain Business.

Und was ist jetzt?

Lauter Neulinge spammen die Foren voll mit ihren wertfreien Domains oder noch schlimmer, mit Domains die eindeutige Markenrechtsverletzungen darstellen. Im Domainforum lösche ich mehr Verkaufsthreads als je zuvor, die dann aber wieder als Bewertungsabfrage auftauchen. Entweder gibt es gar keine Antwort oder nur noch sinnlose Diskussionen über sinnlose Domains mit beratungsresistenten Usern. Trotz kostenpflichtigem Business Bereich im Domainforum überwiegen die Verkaufsthreads; bei Consult Domain ist es auch nicht anders und bei Domain People sind sogar die Beitragsinhalte irgendwie verschütt gegangen, scheint aber auch keinen zu kümmern.

Und was hat uns das alles gebracht?

Domain Parking ist allmählich zu eine Nullnummer geworden. Warum? Sind die Einnahmen wirklich so gering? oder wurde unsere Auszahlung nur zurückgeschraubt? Keiner wehrt sich, keiner hinterfragt die Gründe dafür, keiner kümmert sich um die cleveren schwarzen Schafe, die mit ihrem Faketraffic mit dafür verantwortlich sind, keiner versucht den werbenden zu erklären, warum Type in Traffic eigentlich qualitativ kaum zu überbieten ist. Keiner kümmert sich um die Menge an unseriösen Käufern die nicht zahlen und Domain Verkäufer die IDN Domains als Keyword Domains tarnen. Keinen interessiert es, dass so viele offensichtlich markenrechtsverletzende Domains zum Verkauf angeboten werden. Unser Domain Business wird durch den Dreck gezogen und Keinen interessiert es.

Wo stehen wir denn überhaupt?

Der eine registriert massenweise Domains und verscherbelt sie für 15 € bei eBay, andere konkurrieren miteinander in einem Domain Battle und schicken z.T. recht gute Domains für 60 € in die SEDO Auktion wo kaum Bieter vorhanden sind, um für solche Domains einen vernünftigen Preis zu erzielen. Vielleicht rechnet sich sogar diese Strategie für diese einzelnen Domainer, aber wo bleibt denn die Glaubwürdigkeit im Domain Business? Wird der Domain Verkauf nun zur Ramschkampagne? Scheint mir fast so, denn nur sehr wenige versuchen etwas seriosität reinzubringen. Immer weniger Domainer versuchen Ihre Domains mit den richtigen Argumenten an den Richtigen Kunden zum richtigen Preis zu verkaufen.

Können wir die Situation denn ändern?

Jeder für sich eher nicht. Wir brauchen das Community denken zurück. Nur gemeinsam können wir unsere Stärke ausspielen, Auf Domainbörsen können wir uns nicht verlassen, sie haben kaum Aktive Maßnahmen,um die Aufmerksamkeit von Enkunden zu erlangen. Um SEDO sollten wir uns vielleicht sogar sorgen machen, Domain Parking war mal eine tragende Säule und ist jetzt drastisch eingebrochen. Womit sollen sie denn jetzt Ihr Geld verdienen? Mit den Provisionen aus Domain Verkäufen im zwei oder dreistelligen Bereich die mehr Aufwand verursachen als was sie einbringen? Wie lange schaut sich die Konzernspitze von United Internet die aktuelle Situation  an? Nein, unsere Strategie muss die gemeinsame aktive Vermarktung unserer Domains sein und in der Zwischenzeit müssen wir den Ausfall der Domain Parking Einnahmen durch Projektieren wieder wettmachen und sogar mehrfach steigern. Dafür brauchen wir auch strategische Partner wie Designer, SEOs, Texter, Coder usw. Warum denn nicht? Wir haben die Domains, die mit der richtigen Strategie genug Einnahmen für uns alle bringen. Das Thema hatten wir in ähnlicher Form vor einiger Zeit, mal sehen was für ein Feedback diesmal kommt.

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4 Kommentare auf "Community denken im Domain Business?"

  1. Matthias sagt:

    Ich kann ähnliches aus der SEO-Szene berichten, die nur noch „Wie werde ich Millionär spielt“ – auf Harz-Niveau. Billigste MfA-Sites, billigste Links, nichts darf etwas kosten … und dann rechnet man sich gegenseitig die Assets hoch.

    Diese SEO drängen nun in den Domainer-Markt, weil es für echte Kundschaften hinten und vorne nicht reicht. Da ist nichts Nachhaltiges dahinter, die ziehen erfahrungsgemäß an den nächsten potentiellen Futtertrog, wo sie die Knochen abnagen.

    Aber das geht vorüber.

    Vor ein paar Tagen habe ich ebenfalls ein paar Worte darüber geschrieben … http://corp.nu/domainers-future

  2. Temporär mal draussen…

    Sommerfrische

    Auch wenn ich jetzt wieder ab und zu mein Büro an den Murner See verlege bleibt keine Zeit in Ruhe darüber zu sinnieren, wie andere SEO-Agenturen 80 Prozent des Personals in Vertrieb und Verwaltung halten können. Auf mich umgelegt h…

  3. Klaus sagt:

    Auch diese Aufregung wird sich wieder legen, sobald sich die Spreu vom Weizen trennt. Auch das Internet und der Domain-Handel ist halt keine Geldruckmaschine.
    Vielleicht sollte wieder mehr guter Inhalt im Vordergrund stehen.

  4. Sandra sagt:

    „Vielleicht sollte wieder mehr guter Inhalt im Vordergrund stehen.“

    Schön gesagt Klaus! Aber wie? Und vor allem wer?
    Ein Sedo, wo über 90 % der angebotenen Domains wertloser Spam sind und Domains wie siemens.bz, toyotaa.de oder êbay.de zum verkauf zugelassen werden?
    Ein CD Forum, wo Mobbing einen höheren Stellenwert als Domain Fachthemen hat?
    Ein Domainforum, wo der aktivste User ein Duden ist, der eher mit grotesker Ahnungslosigkeit glänzt?

    Wer bleibt noch?
    Ein Nicit, der die einfachsten Marketinggrundlagen nicht beherrscht?

    Die Liste kann man beliebig fortführen, nur am Ende kommt trotzdem nichts gescheites bei raus. Die, die wollen, können nicht und die, die könnten, wollen nicht. Also bleibt alles beim alten.

    Und nun ein Schlusssatz, wie Richard weiter oben schreibt…

    …es scheint aber auch niemanden zu kümmern…

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